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Eine rein persönliche Meinung                                                                                       alle bisherigen Einträge


SPIELEAKTIEN STATT BANKAKTIEN

The Financial Time berichtet vor wenigen Tagen, mitten in der Börsenkrise, überschwänglich über die deutschen Spieleverlage mit vielen Namen. Ob die Spielebranche die Lösung ist, das Börsenchaos zu beenden? Lesen wir mal weiter.

Das Original des Artikels finden Sie auf http://www.ft.com/cms/s/0/9b6dcb12-8e51-11dd-9b46-0000779fd18c,s01=1.html?nclick_check=1

Nun, der Titel verspricht eine Goldmine: „Abacus: Old school board-games hit winning streak”

Was glaubte der Redakteur über Abacus herausgefunden zu haben: „But the dreary environs cannot mask the fact that the company is a shining example of German industry’s skill of rising above home-market limits by selling even unlikely sounding products abroad.”

Spiele von Abacus sind “unlikely sounding products"?

Und weiter: “Like the German car industry in better days, Germany’s two-dozen board-games makers are trendsetters the world over. So successful have German wares become that foreign rivals are putting German innovations into their products – much like Japan’s Toyota decided to build the Lexus to take on Mercedes.”

Das ist wirklich Gold auf meiner Seele, wenn ein Wirtschaftsjournalist in einer der wichtigen weltweiten Wirtschaftszeitschriften über das deutsche Spiele-Wunder schreibt.

Nun, das mag ja alles stimmen, aber leider vergisst der Journalist nur einen Punkt: 300.000 Zooloretto sind eben weniger Umsatz als 300.000 Mercedes, wenn noch so viel „sounding“ Innovation drin ist. Und das ist eindeutig der schwache Punkt in den Überlegungen.

Die Spielebranche wurde als sichere und optimale Wachstumsbranche erkannt, aber bis die Branche die Bedeutung und den Umsatz der „car industry“ hat, müsste sich unsere Gesellschaft deutlich verändern.

Abgesehen davon gibt es noch ein weiteres Hindernis beim Reichwerden. Unsere deutschen Spieleverlage haben keine Aktien an der Börse, die man kaufen kann. Ob man will oder nicht, mitnaschen am Gewinn (oder Verlust) ist da nicht möglich.

Möglich wäre es schon bei Hasbro und Mattel, aber die sind ja in den USA an der Börse, vielleicht wurden sie deshalb auch nicht empfohlen! Sind sicher jeden Tag während der Krise noch billiger zu bekommen gewesen, die werden sicher nur mehr nach oben gehen, ob wir da zuschlagen sollen?

Nein, wir machen es anders!

Also, rein in die Messehallen in Essen und Spiele kaufen, was das Zeug hält, nur so wird unsere Branche weiter boomen und in allen Wirtschaftzeitschriften für seine Performance gelobt werden! Das brauchen wir und die Spieleverlage, denn die Einzelhandelszahlen für 2008 schauen derzeit noch nicht günstig aus und mit der angespannten Wirtschaftslage wird das Weihnachtsgeschäft (Hauptgeschäft der Spielebranche) wieder eine Zitterpartie werden!

Auf die guten neuen Spiele, davon kann man nicht genug haben!

Ferdinand am 1. Oktober 2008

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