BLOG

RSSHier drücken zum Abonnieren des RSS Feed

Eine rein persönliche Meinung                                                                                       alle bisherigen Einträge


LERNSPIELE NUR FÜR SECOND LIFE?

Ja, manchmal fragt man sich, wo ich und all die anderen die Welt verstehen gelernt haben. Ist es wirklich das spielerische Erlernen der Welt in der Jugend, so wie wir das von den Propagonisten der Lernspiele hören? Oder hat Spielen und Lernen nichts gemeinsam?

Denn immer wenn etwas im richtigen Leben richtig schiefgeht, wird oft auf ein entprechendes Spiel verwiesen, und das findet sich schnell. Zuletzt im KURIER beim BAWAG.Prozeß. (www.kurier.at) Es war der Zeitung am Prozeßende am 4. Juli eine ganze Seite Wert um folgendes zu zeigen:

Da ich nicht glaube, dass es eine ganzseitige Werbung für das Spiel DKT war, wollte man damit uns allen etwas klarmachen: Ja, wirklich, die Manager haben einfach nur DKT gespielt und dabei die Milliarden verloren. Das kann jedem passieren? Eine andere Interpretation wäre natürlich, die Manager haben in Ihrer Jugend DKT gespielt und wissen daher genau wie die Wirtschaft funktioniert, so wie in einem DKT-Spiel! Das glaube ich eher!

Da drängt sich die Frage auf, welches Kind oder welcher Jugendlicher kann nun zwischen „schädlichen“ und „lehrreichen“ Lernspielen wirklich unterscheiden. Glaubt er spielerisch etwas zu lernen, lernt er dabei etwas, was ihn für das „first life“ unbrauchbar macht. Und Eltern und Pädagogen haben das nicht erkannt. Und haben bisher auch noch kein Geschrei gegen diese Spiele angestimmt.

Auch ich habe in meiner Jugend gespielt, vielleicht auch Lernspiele. Kommt daher meine unglaubliche Fähigkeit, die Rechtschreibung nicht zu verstehen? Mein Wissen, dass die Welt rund ist? Mein Glaube, falls etwas vom Zufall abhängt, muss es schief gehen? (Meine Würfel haben es immer wieder bewiesen!)

Nun habe ich endlich Klarheit zu dieser Frage gefunden und ich kann nur allen empfehlen den ComicStrip „Board2Peaces“ regelmäßig zu lesen. (www.board2pieces.com)

Vieles ist nur amerikanischen Szene-Insidern verständlich, aber am 10. Juni dieses Jahres habe ich endlich das Konzept der Lernspiele verstanden.

Es kommt auf die richtigen Spiele an, um das richtige Wissen zu erlangen, man muss die Spiele nur richtig erst nehmen, wozu brauchen wir Lernspiele!

 

Dieser junge Mann hat die Schule verlassen, da er am Spieltisch das Richtige lernen kann! Erkennen Sie all seine Spiele? Die ganze Story auf der Webseite des Comics.

Richtige Spiele bringen mehr Wissen auf den Tisch, als man glaubt. Ja, man muss nur daran glauben, dass der Autor sich ausgekannt hat und dass es richtiges Wissen ist, was das Spiel vermittelt. Kein aufgesetztes Thema, wo die Realität verbogen wird.

Da sind wir wieder beim Glauben: glauben Sie das? Beschädigt jedes Spiel unser erlerntes Wissen und ersetzt es dieses durch ein wohlgewolltes Vorurteil gegenüber der „ersten Welt“, die sich leider nicht so leicht verbiegen lässt wie die „zweite Welt“.

Und hier ist noch gar nicht das Gewaltproblem im Spiel angesprochen. Spiele vermitteln Wissen, wir lernen etwas dabei. Nur bei Gewalt im Spiel ist das nicht so, sie ist die einzige Ausnahme. Durch wiederholtes Spielen kann man Wissen erlernen, geschickter werden beim Stapeln von Steinen, logischer beim Spielen von Schach. Aber durch wiederholtes aggressives Verhalten beim Spielen wird das Verhalten nicht verändert. Ja, die Welt sieht eben vieles anders. Oder wollen wir vielleicht, dass nachdem die nationalen Grenzen gefallen sind, unsere Kinder das Konzept der gegenseitigen Gewalt wieder lernen?

Aber zurück zum Thema. Lernspiele sind wichtig! Sollte man beim Spielen nicht entdecken, dass man gerade ein Lernspiel spielt, ist es noch besser, denn dann macht es auch Spaß.

Daher sollte man unbedingt klarstellen, dass in jedem Spiel, wenn es auch noch so „realistisch“ spielt wie Agricola, die gelernten Verhalten nichts mit realer Landwirtschaft, Finanzimperien und anderen Wirtschaftsabläufen gemeinsam haben.

Wir wünschen der neuen Aktivität in Österreich, mehr Spiele in die Schule zu bringen, viel Glück und Durchhaltevermögen.

Jedes Spiel sollte eben ein Spiel bleiben und Spaß machen.

Lassen wir uns das DKT nicht durch den BAWAG-Prozeß vermiesen, übrigens, es gibt es endlich wieder, diesmal von Piatnik!

Ferdinand am 22. Juli 2008

back