|
EINKAUF DES LUXUSGUTES BRETTSPIEL
Manchmal liest man eine
Zeile einmal, zweimal und erst dann kommt man dahinter, was es
eigentlich bedeutet. So ist es mir heute gegangen, wie ich den Kommentar
von Stefan Ducksch, Sprecher der Jury Spiel des Jahres, zum Ergebnis der
Nominierungs- und Empfehlungsliste zum ersten Mal gesehen habe.
Bisher waren für mich Spiele keine Investitionsgüter, bei deren
Anschaffung man den finanziellen Aspekt vorrangig beachten muss. Noch
dazu, wenn ein großer Teil der Bevölkerung neben dem Zweitspiel keine
weiteren Spiele besitzt. Noch dazu, wenn nach meinen Erinnerungen das
Spiel des Jahres immer jenes Spiel war, das den größten Preisvorteil
erbracht hatte, und daher sicher keine Luxusgut sein kann, sondern
entsprechend zu Hunderttausenden unter die Bevölkerung sollte. Aber
eines stimmt, dass es jede Preisverleihung es mit sich brachte, dass das
Kulturgut Spiel einfach billiger wurde. Und sollen wir uns darüber
beschweren?
Aber eigentlich geht es um ganz andere Prinzipien, die hier behandelt
werden sollten, denn soweit ich mich erinnern kann, was da über die
Nominierungsliste gesprochen und geschrieben wurde, es sollten letztlich
alle 5 nominierten Spiele die gleiche Chance haben, den Titel zu
erringen. Keines von den nominierten Spielen ist nicht Kandidat zum
Spiel des Jahres!
Die diesjährige Liste umfasst aber sehr unterschiedliche Anforderungen
(Eigendefinition der Jury) an die Spieler:
Keltis (Kosmos) und Suleika (Zoch) sind schnell erfasst, Blox
(Ravensburger) hat die übliche Anforderung,
Stone Age (Hans im Glück) und
Wie verhext (Alea/Ravensburger) werden als
anspruchsvoll bezeichnet.
Da fällt es schwer, mitzuraten und sich selbst ein Urteil zu bilden.
Welche Aufgabe hat sich eigentlich die Jury für den Preis selbst
gestellt?
Zitat von der Webseite zur Zielsetzung: Die im Rahmen des
Kritikerpreises "Spiel des Jahres" verliehenen Auszeichnungen sollen das
Kulturgut Spiel fördern, den Gedanken des Spielens im Familien- und
Freundeskreis beleben und eine Orientierungshilfe im großen
Spieleangebot geben.
Da können wir uns nur fragen, ob es diesmal ein Spiel für uns
anspruchsvolle Spieler wird oder ein schnell zu erfassenden Spiel für
ein Millionenpublikum. Das hat uns die Jury leider diesmal nicht
mitgeteilt und es uns nicht leicht gemacht!
Hier nun die Nominierungslisten:
Zum Spiel des Jahres:
Blox (Wolfgang Kramer, Ravensburger), Keltis (Reiner Knizia, Kosmos),
Stone Age (Michael Tummelhofer, Hans im Glück), Suleika (Dominique
Erhard, Zoch), Wie verhext (Andreas Pelikan, Alea).
Zum Kinderspiel des Jahres:
Capt'n Sharky - Abenteuer auf der Schatzinsel (Die Spiegelburg
Coppenrath), Didi Dotter (Zoch), Fluss der Drachen (Kosmos),
Geisterjäger (Haba), Wer war's? (Ravensburger).
Und der schon vergebene Sonderpreis für das komplexe Spiel an
Agricola.
Ohne den Hinweis, dass unser Andreas Pelikan
ein österreichischer Spieleautor ist, möchte ich meinen ersten Kommentar
zu den Kandidaten nicht beenden.
Ferdinand am 25. Mai 2008
 |